Putzuntergründe, ihre Beurteilung und Vorbehandlung
Ganz
allgemein gilt: Der Untergrund muss saugfähig, fest, trocken und
frostfrei sein. Die Temperatur des Putzgrundes und der Umgebungsluft
darf +5 °C nicht unterschreiten. Vor Beginn der Arbeiten sind in jedem
Fall Staub, lockere oder mürbe Teile des Untergrundes,
Kalkausscheidungen, Ausblühungen, Schalmittelreste sowie eine
eventuelle Sinterhaut zu entfernen.
In vielen Fällen
ist ein trockenes scharfes Abfegen mit der Bürste oder dem Stahlbesen
ausreichend. Wenn feucht gereinigt werden muss, ist mit dem Putzauftrag
bis zum erneuten Austrocknen zu warten. Lassen sich trotz dieser
Vorbereitungen keine geeigneten Untergrundverhältnisse herstellen,
dürfen keine Putzarbeiten ausgeführt werden. Gegebenenfalls sind
schriftlich Bedenken gegenüber dem Bauherrn oder seinem beauftragten
Architekten anzumelden. Dies gilt besonders bei:
- extrem verunreinigten Untergründen, z.B. versotteten oder verölten Flächen
- stark unebenen Untergründen, deren Toleranzen nicht DIN 18202 entsprechen
- fehlender Tragfähigkeit des Untergrundes
- Frost im Untergrund oder im Bauwerk allgemein
- zu hoher Baufeuchtigkeit im Untergrund oder im Bauwerk allgemein.
Stark saugender Untergrund
Zentrale
Bedeutung für die Haftfestigkeit des Putzes hat die Saugfähigkeit des
Untergrundes. Sie darf weder zu groß noch zu gering sein, damit der
Prozess der Verkrallung, der für die besonders hohe Haftung aller
MultiGips Putze verantwortlich ist, ungehindert ablaufen kann.
Ein
zu stark saugender Untergrund entzieht dem frischen Gipsmörtel zu
schnell Wasser, das dann nicht mehr für den Abbindeprozess zur
Verfügung steht. Es kommt zum so genannten Aufbrennen des Gipses, das
mit einem Verlust an Festigkeit einhergeht. Stark saugende Untergründe
werden deshalb mit
MultiGips Grundiermittel oder
MultiGips Aufbrennsperre
vorbehandelt, die für ein optimales Saugverhalten des Putzgrunds
sorgen. Stark saugende Putzuntergründe, ihre Beurteilung und
Vorbehandlung Wandbildner können beispielsweise Porenbeton und
porosierte Ziegel sein.
Schwach saugender Untergrund
Ein
schwach saugender Untergrund besitzt keine oder nur wenige Poren, in
denen sich der Putzgips verkrallen kann. Der in der Praxis am
häufigsten auftretende Fall sind sehr glatte, schwach saugende
Betonoberflächen. Die mechanische Haftung des Putzes wird hier durch
eine Vorbehandlung mit
MultiGips Betonkontakt
verbessert. Bei nassen Betonflächen sind die Poren des Untergrundes mit
Wasser gefüllt, weshalb der Gips nicht in sie eindringen und sich dort
verkrallen kann. Für eine optimale Haftung ist mit den Putzarbeiten
deshalb unbedingt bis zur ausreichenden Trocknung des Putzgrundes zu
warten.